Die Elbenmaid Taheen

Die Elbenmaid Taheen

 

In einer Zeit, als Legenden und Märchen entstanden, lebte die Elbenmaid Taheen.

 

Die Menschen konnten die Elben damals nur sehr schlecht, oder gar nicht mehr wahrnehmen, was den Elben aber nichts ausmachte.

Waren die Menschen doch selbst von ihrer gottgegebenen Fähigkeiten abgewichen, die Natur zu sehen.

Dies war für die Elbenmaid aber zum Vorteil gereicht. War sie wie viele ihres Volkes doch Wissbegierig.

Besonders die Bemühungen der Menschen, der Natur ihre Nahrung abzugewinnen, interessierte Taheen, da die Elben selber damit keine Schwierigkeiten hatten.

Die Elben lauschten noch der Natur, besangen die Pflanzen und Blumen, baten um gesunden Wachstum und forderten nie mehr ein, als sie brauchten.

Auch untereinander herrschte eine Hilfsbereitschaft, die den Menschen fremd wurde.

Insbesondere der Umgang miteinander der Menschen, aber auch ihre Fertigkeiten, Maschinen aus Holz und Eisen zu fertigen, fand Taheen faszinierend.

Die Elben erledigten selbiges durch einfachen Zauber, so dass sie keine Maschinen bauen mussten.

Insbesondere die Fähigkeit des Müllers, Korn, mit Hilfe des Windes, oder des Wassers in Mühlen, zu Mehl zu mahlen, fand Taheen spannend.

Sie besuchte oft die Windmühle des Dorfes, ohne das sie jemand bemerkte.

Dabei verwunderte sie, dass der Müller damals kein hoch angesehenes Mitglied der Gesellschaft war.

Hatte der Müller sich doch all diese riesigen Zahnräder, Winden und Flügel erdacht, womit Hilfe des Windes die schweren Mühlsteine bewegt wurden.

Auch hatte der Müller bedacht, dass die Mühle nicht direkt auf dem Boden gesetzt wurde, um das die Mühlenwindräder immer in den Wind gedreht werden konnten.

Oft lauschte sie auch bei dem Müller zu Hause und hörte seine Sorgen.

Wie gut fällt die Ernte aus, sind die Körner schön trocken und gut zu mahlen, hält der Wind ….

 

Die Elbenmaid lauschte auch bei den anderen Menschen.

Dazu begab sie sich zu der örtlichen Ruine der Wasserburg, auch ein heimlicher Treffpunkt für Liebende.

Dort hörte sie die Klagen der anderen über den Müller … wiegt der Müller richtig ab, arbeitet er sorgfältig, siebt er das Mehl fein aus, oder lässt er Korn verschwinden …

 

Einig waren sich alle Menschen nur in der Beschwerde, was sie den Fürsten alles abgeben mussten, Vieh, Feldfrüchte, Arbeitslohn.

 

Taheen stellte fest, dass alle die gleichen Sorgen hatten, aber niemand mit dem anderen darüber redete.

 

Bei den Elben hatte jeder nach seinen Fähigkeiten feste Aufgaben, so das es such wahre Meister gab.

Aber nie hätten die Elben jemanden nicht hoch Angesehen, wenn jemand eine Aufgabe ausführte, die dem Gemeinwohl dienlich waren.

Die Bauern und die Beamten des Fürsten waren nämlich auch manchmal Spitzbuben und betrogen den Müller.

Sinnvoll war dieses Verhalten nicht, wollten doch alle etwas zu Essen haben.

Und wer nicht satt wird, kann seinen Teil zum Gemeinwohl nicht dazu beitragen.

Nun gut, Menschen halt!

 

Aber der Müller tat ihr ein wenig leid, war doch seine Arbeit größtenteils vom Wind abhängig.

So ging sie eines Nachts am Haus des Müllers vorbei und schickte ihm einen schönen Traum.

Der Müller träumte diese Nacht von einer holden Maid mit Ohren einer Elbin, in einem wunderschönen grünen Kleid mit Spitze.

Das Kleid klingelte bei jedem Tanzschritt mit leisen Glöckchenklang und beschwor den Wind, für die Zeit der Ernte des Korns und danach regelmäßig  zu wehen.

 

Der Müller vergaß den Traum nie, so angetan war er von der lieblichen Tänzerin, dem Glöckchenklang und dem Kleid.

Frohgemut machte er sich an seine Arbeit.

Zu seinem Erstaunen wehte der Wind nun regelmäßig, brachte Regen für die Felder, trocknete das Korn danach ordentlich und trieb die Windmühlenräder mit den Mahlsteinen mit einem Lied an.

 

Dadurch konnte der Müller wundervolles Mehl mahlen, von so hoher Qualität, dass daraus das leckerste Brot gebacken werden konnte, welches die Menschen je gegessen haben.

Somit stieg nun sein Ansehen, so dass der Beruf des Müllers ein wichtiger Teil der Gesellschaft wurde.

Der Müller dankte dem Wind und der Tänzerin mit dem grünen Kleid in seinem Traum und achtete fortan auf die Hinweise der Natur.

 

Die Elbenmaid widmete sich in dieser Zeit den Geheimnissen der Liebe zwischen den Menschen und lauschte besonders bei der Ruine der Wasserburg.

Aber die ist eine andere Geschichte.

 

Verfasser  Andreas Behrendt

 

Hinweis  – in Kürze folgen Bilder